{"id":2175,"date":"2014-02-19T09:34:08","date_gmt":"2014-02-19T08:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/10408-240110-1652.klecksquadrat.de\/?p=2175"},"modified":"2014-02-19T09:34:08","modified_gmt":"2014-02-19T08:34:08","slug":"existenzgruender-hat-sich-etabliert-thermhex-waben-in-halle-saale","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/10408.klecksquadrat.com\/fr\/blog\/2014\/02\/19\/existenzgruender-hat-sich-etabliert-thermhex-waben-in-halle-saale\/","title":{"rendered":"Existenzgr\u00fcnder hat sich etabliert: ThermHex Waben in Halle (Saale)"},"content":{"rendered":"<h2>Weltinnovationen aus Halle (Saale) am Beispiel Wabentechnologie<\/h2>\n<div>\n<p>Wabenmaterialien sind faszinierende Werkstoffe, die Wissenschaftler und Ingenieure zu allen Zeiten begeistert haben. Die optimale hexagonale Form der Bienenwabe hat Euclid und Euler, Kepler, Kelvin und Darwin besch\u00e4ftigt. Die Bauweise mit einem in Wabenform strukturierten Kernwerkstoff bietet nicht nur ein minimales Gewicht, sondern erm\u00f6glicht gleichfalls minimalen Materialverbrauch und ist daher auch in der Natur vielfach zu finden.<\/p>\n<p>Sandwichbauteile mit einem leichten Wabenkern zwischen zwei Decklagen sind heute \u00fcberall dort zu finden, wo Gewichtseinsparungen eine Kostenreduktion erm\u00f6glichen. Da die Materialkosten bei zunehmender Automatisierung der gesamten Fertigungskette einen immer gr\u00f6\u00dferen Anteil darstellen, liegt in der Einsparung von Rohmaterial der Schl\u00fcssel zur Realisierung entscheidender Gewichts -und Kostenvorteile.<\/p>\n<p>Das \u00e4lteste Herstellungsverfahren, das nach dem Vorbild der Natur geschmolzenes Material verwendet, soll schon der griechische Urvater der Ingenieure, Daedalus, zur Herstellung einer goldenen Wabe mit Hilfe einer verlorenen Wachsform genutzt haben.<\/p>\n<p>Das heute \u00fcbliche Verfahren zur Herstellung von Wabenmaterialien durch das Expandieren von verklebten Papierlagen hat den Erfolg der Sandwichbauweise in der Luft- und Raumfahrt erm\u00f6glicht. Es wird vom heutigen Weltmarktf\u00fchrer, dem amerikanische Unternehmen Hexcel Composites (Jahresumsatz von \u00fcber eine Mrd. Dollar), seit \u00fcber 50 Jahren erfolgreich verwendet.<\/p>\n<p>Dieses Verfahren zur Wabenherstellung wurde urspr\u00fcnglich f\u00fcr dekorative Anwendungen von der Halleschen Papierwarenfabrik Heilbrun &amp; Pinner vor 105 Jahren in Halle (Saale) entwickelt. Erst k\u00fcrzlich wurden die Patente, die dieses Beispiel f\u00fcr Innovationskraft von der Saale belegen, w\u00e4hrend einer Forschungsarbeit an der belgischen Universit\u00e4t K. U. Leuven wiederentdeckt. Nicht nur wesentliche Verfahrensentwicklungen und Anwendungsideen, sondern auch die Materialstruktur der expandierten Waben stammen aus Halle (Saale). Die Hallesche Papierwarenfabrik Heilbrun &amp; Pinner hat mit der Erfindung von dekorativem Wabenpapier (1901) und dessen automatisierten Produktionsverfahren (ab 1903) einen wesentlichen Beitrag f\u00fcr die Entwicklung von Wabenkernen geleistet.<\/p>\n<p>Die Firma Heilbrun &amp; Pinner wurde in Halle an der Saale gegr\u00fcndet, hatte ihren Hauptsitz seit 1900 in der Geiststra\u00dfe in Halle und besa\u00df um 1910 bereits Zweigstellen in Paris, London und New York. In den 20er Jahren hatte das Unternehmen einige hundert Mitarbeiter sowie einen Exportanteil von 90 Prozent.<\/p>\n<p>Heilbrun &amp; Pinner ist ein herausragendes Beispiel f\u00fcr Impulse, die von der hiesigen Industrie weit \u00fcber die Grenzen der Saalestadt bis in die Gegenwart hineinreichen.<\/p>\n<p>Die Produkte der Firma, dekorative Objekte und Karten, wurden insbesondere in die USA und nach Gro\u00dfbritannienexportiert. Nach dem Erfolg in dekorativen Anwendungen fanden Papierwabenmaterialien und der Expansionsprozess zur Wabenherstellung ab 1940 technische Anwendung in Sandwichbauteilen.<\/p>\n<p>Harzimpr\u00e4gnierte Papierwabenmaterialien besitzen au\u00dfergew\u00f6hnlich gute mechanische Eigenschaften bei sehr geringem Materialaufwand und erm\u00f6glichen daher ein gro\u00dfes Gewichts- und Kosteneinsparpotential. In der Luft- und Raumfahrt werden Waben aus Aramidfaserpapier seit vielen Jahrzehnten bevorzugt als Kernwerkstoff in druck- und biegebelasteten Sandwichstrukturen verwendet.<\/p>\n<p>Auch bei der Anwendung von Wabenstrukturen in Sandwichbauteilen hatte Sachsen-Anhalt die Nase vorn. In einem Entwicklung und Produktion von dekorativen Sandwichplatten und -bauteilen umzusetzen.<\/p>\n<p>Ferner wird seit Mitte 2006 in einem Projekt mit der B\u00fcrgerstiftung Halle und Historikern von Klio Research &#8211; History Service die industrieentwicklungsgeschichtliche Bedeutung der Halleschen Papierwarenfabrik Heilbrun &amp; Pinner untersucht. Die j\u00fcdischen Gr\u00fcnderfamilien der Firma Heilbrun &amp; Pinner mussten 1936 Deutschland verlassen. Nun bestehen Kontakte zu den Nachfahren der Familien in den USA und Gro\u00dfbritannien, die helfen die Firmengeschichte zu dokumentieren.<\/p>\n<p>Die Neuansiedlung des Unternehmens EconCore, dessen Produktionsverfahren an die Innovationen dieser hier ehemals ans\u00e4ssigen Fabrik ankn\u00fcpfen, wird eine Br\u00fccke von der Geschichte der dekorativen Anwendungen der Wabentechnologie in Halle zu neuen Innovationen aus Halle bilden.<\/p>\n<p>Diese Ankn\u00fcpfung an die \u00fcber hundertj\u00e4hrige Geschichte durch innovative Produktionsverfahren wird neue Produktentwicklungen mit Wabenkernmaterialien f\u00fcr viele Industriezweige erm\u00f6glichen. Die Innovationen in der Wabentechnologie sollen somit an den Ursprung der heutigen Wabentechnologie nach Halle an der Saale zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p class=\"bannerfooter_text\"><strong>Jochen Pflug\u00a0<\/strong><br \/>Der 1969 in Wiesbaden geborene Autor, studierte in Aachen Luft- und Raumfahrtechnik und absolvierte an der K.U.Leuven in Belgien den Master in Polymer and Composites Engineering. Er promoviert dort seit 2000 \u00fcber kontinuierlich produzierte Wabenkerne und ist seit 2005 ist er Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der JPflug E.S. GmbH mit Sitz Halle und Managing Director der EconCore N.V. in Leuven<\/p>\n<\/div>\n\n<!-- wp:themify-builder\/canvas \/-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltinnovationen aus Halle (Saale) am Beispiel Wabentechnologie Wabenmaterialien sind faszinierende Werkstoffe, die Wissenschaftler und Ingenieure zu allen Zeiten begeistert haben. 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